Eine neue Leitung für die EZB

Welche Herausforderungen erwarten die Nachfolgerin?

Am 28. Oktober 2019 wurde Mario Draghi offiziell verabschiedet und gibt somit seinen Posten als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) nach acht Jahren ab. Seine Stelle übernimmt die ehemalige geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und einst Wirtschafts- und Finanzministerin Frankreichs Christine Lagarde.

Ihr Vorgänger hinterlässt Christine Lagarde eine große Zahl an Herausforderungen, die sich durch die lockere Geldpolitik Draghis ergeben haben. Die erste Hürde wird der Leitzins sein, der sich momentan auf null Prozent beläuft, gefolgt von Wertpapier- und Anleihenkäufen in Höhe von fast drei Billionen Euro. Zudem hat Mario Draghi kurz vor dem Ende seiner Amtszeit den Negativzins auf 0,5 % erhöht. Experten sind zwar der Meinung, dass er die Eurozone gerettet habe, da die lockere Fiskalpolitik zu mehr Investitionen führte, wodurch mehr Arbeitsstellen geschaffen und Löhne erhöht wurden. Allerdings ist dadurch der Pool an weiteren Maßnahmen der EZB so gut wie ausgeschöpft.

Christine Lagarde hat sich für ihre Amtszeit feste Ziele gesetzt. Zunächst möchte sie eine grundlegende Überprüfung der bisherigen EZB-Maßnahmen durchführen lassen, um ihre jetzigen Nutzen zu bewerten. Hierfür möchte sie die Mitglieder des Zentralbankrates frühestmöglich einbeziehen. Zudem fordert Lagarde die Länder der Euro-Zone auf mehr zu investieren und sich auf fiskalpolitische Strukturreformen zu konzentrieren, um die EZB zu stärken. Gleichzeitig wird nun von Christine Lagarde erwartet sowohl die Wogen innerhalb der Notenbank zu glätten als auch das Ansehen der EZB positiv zu ändern. Hierzu bleibt es schließlich abzuwarten, ob es ihr gelingen wird, die an sie gerichteten Erwartungen zu erfüllen.