Die Digitalisierung in Deutschland

Was muss getan werden und was ist die Bedeutung für die Wirtschaft?

Die Digitalisierung verändert alle Teile unserer Gesellschaft und so muss auch die deutsche Regierung auf die neue Strukturen in der Wirtschaft und Politik reagieren, damit man in Sachen der Digitalisierung nicht den internationalen Anschluss verliert. Ansonsten drohen verheerende Konsequenzen für die Wirtschaft.

So zeigen Studien, dass Deutschland bisher nur 10 Prozent seines digitalen Potenzials ausnutzt. Hiervon ist insbesondere der deutsche IT-Sektor betroffen, welcher bereits jetzt den führenden Märkten in China und USA hinterherhinkt. Der industrielle Sektor würde beispielsweise durch ein Scheitern der Digitalisierung bis zum Jahr 2025 insgesamt 220 Milliarden Euros an Wertschöpfung verlieren. Insbesondere die Automobil- und Logistikindustrie könnte einen Verlust von 140 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung erfahren.

Für die europäische Wirtschaft könnte eine rasche Aufrüstung in Sachen der Digitalisierung sogar eine Chance von 1,25 Billionen Euro an industrieller Bruttowertschöpfung darstellen, allerdings wäre aber auch ein Wertschöpfungsverlust von 605 Milliarden Euro möglich, falls es der EU nicht gelingen würde sich zu modernisieren. Zwischen den Jahren 2001 und 2011 war der Unterschied des digitalinduzierten Wirtschaftswachstums zwischen der EU und USA bereits 25 Prozent.

Gerade in Deutschland ist der Druck zur Absicherung und zum Wandel der Wettbewerbsfähigkeit enorm groß. Gemäß Experten könnte die Digitalisierung und die damit einhergehende Automatisierung eine starke Reduzierung der Arbeitsstunden bedeuten. Am stärksten betroffen wären hier die Arbeitsstunden der gering- und mittelqualifizierten Arbeitskräfte. Geringer sind die hochqualifizierten Arbeitskräfte betroffen. In anderen Worten bedeutet dies, dass sich die momentanen Arbeitsstrukturen drastisch verändern werden und Deutschland noch nicht dafür bereit ist. Des Weiteren ist die deutsche Wirtschaft davon geprägt, dass es keine führenden Unternehmer im Bereich der Consumer Electronics und Onlineplattformen für Transaktionen hat um weltweit eine wichtigere Rolle im Bereich der digitalen Wirtschaft zu spielen.

Um die benötigte Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben sind im neuen Koalitionsvertrag folgende Ziele festgelegt: Der Ausbau der digitalen Infrastruktur, die Förderung der digitalen Bildung, die digitalen Weiterbildung der Arbeitsnehmer und –geber, eine Regulierung zur Schaffung von Wettbewerb und Wettbewerbsfähigkeit, die Sicherheit im Cyberraum, eine digitalen Verwaltung und ein Rechtsrahmen für die Garantie der Bürgerrechte und für Innovationen.

Für die Digitalisierung waren im bisherigen Kabinett 482 Mitarbeiter in 244 Teams in 76 Abteilungen zuständig. Inwieweit sich diese Struktur mit der neuen Regierung ändern wird, ist jedoch noch offen. Klar ist allerdings, dass zur Erreichung von diesen Zielen nach wie vor mehrere Ministerien mit der Digitalisierung beauftragt sind. Dies ist unter anderem das Verkehrsministerium mit Minister Andreas Scheuer für den Ausbau der digitalen Infrastrukturen, das Bildungsministerium mit Anja Karliczek für die digitale Bildung und das Wirtschaftsministerium mit Peter Altmaier für die digitale Wirtschaft Der Kanzleramtsminister Helge Braun soll hierbei an höchster Stelle für die Koordinierung zuständig sein. Unterstellt ist ihm als Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär. Inwiefern die neue Regierung allerdings ihre Ziele der Digitalisierung erreichen wird, bleibt abzuwarten.